[Review]: BLIND GUARDIAN - At the Edge of Time
BLIND GUARDIAN - At the Edge of Time
![]() |
|
Nun ist man natürlich doch gespannt, wie es auf dem mittlerweile neunten Studio-Album gelöst wird, welches den Titel "At the Edge of Time" trägt und ein doch recht Fantasy-lastiges Artwork hat: Drachen, Pyramiden und bunte Farben herrschen hier vor. Und so ungefähr das erwartet einen auch vom musikalischen her. Eindeutig geht das Album in Richtung des Vorgängers, auch wenn hier und da Einflüsse aus den frühesten, fast schon thrashigen GUARDIAN-Phasen eingebracht worden. Besonders die Songs, die letztere Einflüsse abdecken, können direkt überzeugen. Das wären hier das sehr speedige und mit genialen Riffs ausgestattete "Tanelorn [Into the Void]" sowie die Single-Auskopplung "A Voice in the Dark". Und die hat es auch wirklich verdient, da sie deutlich der eingängigste Song des Albums ist und die erhitzten Gemüter der Alt-Guardian-Fans abkühlen dürfte.
Den Hauptteil des Albms nehmen jedoch sehr bombastische, aber zumeist doch auf die Gitarren fokussierte Stücke ein. Dazu gehören unter anderem das Highlight "Ride Into Obsession", welches unzweifelhaft einer der besten Songs des Albums ist oder natürlich auch das mit einem unglaublichen Refrain veredelte "Control the Divine". Aber natürlich gibt es auch reine Bombast-Stücke wie der Opener "Sacred Worlds", der wohl jedem Fan schon bekannt sein dürfte durch den berühmten Auftritt der Band im PC-Game "Sacred 2". Außerdem gibt es da auch noch das Epos "Valkyries", welches sich im Down-Tempo niedergelassen hat und eine nette Auszeit zum Augen schließen in der Mitte des Albums gewährt. Ebenfalls sehr erfreulich ist die Anwesenheit eines typischen GUARDIAN-Folk-Songs, der hier in Form von "Curse my Name" vertreten ist. Der erinnert wirklich sehr an Stücke á la "The Bard's Song" oder "Skalds and Shadows". Aber das Beste folgt zuletzt! Der knapp 9-minütige Abschluss "Wheel of Time" ist der absolute Übersong des Albums. Besonders hier fällt das Prager Symphonie-Orchester positiv auf, welches grandiose Arbeit geleistet hat. Hier hört man wirklich jedes einzelne Instrument heraus, wobei man aufpassen sollte, dass man von diesem Sound nicht erdrückt wird. Auch Produzent Charlie Bauernfeind hat gut gearbeitet, sodass der Sound wirklich fett, aber nicht unnatürlich daherkommt.
Der einzige Nachteil, der aber nur bei mir aufzutreten scheint: Das Album will und will sich mir nicht ganz erschließen. Ich kann es mir noch so oft anhören, aber es kommt mir immer etwas "zerrissen", nie in sich geschlossen, vor. Das mag daher kommen, dass GUARDIAN diesmal einfach ZU viele Einflüsse verarbeitet haben. Es tauchen wirklich Momente aus jeder einzelnen Phase der Band auf, was ein leichtes Gefühl der Verwirrung hinterlässt. Da hätten sie sich vielleicht doch etwas zurückhalten sollen, dennso wirkt das Album etwas zerfahren. Höre ich mir die Songs einzeln an, kommt dieser Eindruck natürlich nicht auf, aber es ist schade, wenn das Album im Ganzen nicht so viel Spaß macht, weil manche Sachen nicht perfekt sind. Eine höhere Punktzahl ist leider ausgeschlossen, denn da übertreffen die meisten Alben der Krefelder doch schon das neue Epos. Dennoch muss natürlich gesagt werden: Kauf-Empfehlung für jeden Fan der Band und darüber hinaus.
Kommentar zu dieser Seite hinzufügen:

















